| HEIMWEBEREI-MUSEUM SCHALKENMEHREN |
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Allgemeine Informationen Inhalte und Aufgaben Service und Kontakt :
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Häufig
gestellte Fragen und Antworten
(01) Wann
spricht man von Tuch und
wann von Stoff ?
Tuch bezeichnet ein Gewebe aus Wolle (Streich- oder Kammgarn) in Leinwand- oder Köperbindung, das meistens nach dem Weben gewalkt wurde (in sog. Walkmühlen). Stoff ist eine allgemeinere Bezeichnung, womit ein aus Garn durch Weben, Stricken oder Wirken hergestelltes flächiges Erzeugnis beschrieben wird. (Quelle : Brockhaus) (02) Was ist Beiderwand ? Bei Beiderwand handelt es sich um ein leinwandbindiges Gewebe von grobem Aussehen für den alltäglichen Gebrauch. Die Bezeichnung "Beiderwand" wird einmal erklärt durch "beiderlei Gewand aus Leinen und Wolle" zu anderen als "beiderseitig gleich aussehendes Gewebe". Den ältesten Nachweis findet man in Ratsverfügungen der Stadt Soest aus den Jahren 1300 und 1371, nämlich verschiedene Sorten Beiderwand : "Dryweidawand", "Slachtweidawand" und "Crusweidawand". Beiderwand war immer ein Gewebe für ärmere Volksschichten und wurde für Trachten, Schürzen, Röcke, Vorhänge und Kissen verwandt. Anna Droste-Lehnert verfeinerte die/den Beiderwand für die Heimweberei- Genossenschaft Schalkenmehren e. G., indem sie Baumwolle in der Kette, feinste Wolle im Schuss und wunderbar phantasievolle Farbkombinationen einsetzte. (Quelle : Dr. Thea Reichert "Alte Textilbezeichnungen : Beiderwand, Bradt, Halfsett und Barchent", in Weben H 1 / 1996 S. 2) (03) Was ist Maartuch ? "Maartuch ®" ist das Markenzeichen für alle Muster, unter dem die ehem. Heimweberei -Genossenschaft Schalkenmehern e. G. ihre Tuche und Webstoffe vertrieben hat. Seit Januar 2005 sind der Begriff "Maartuch" und das Symbol, das oben rechts auf jeder Seite abgebildet ist, wieder als Markenzeichen geschützt. (04) Was ist Halbleinen ? Halbleinen ist ein Webstoff mit einer Kette aus Baumwolle und einem Schuss aus reinem Leinen, wie er z.B. auf dem Vorführwebstuhl im Museum zu sehen ist. (05) Wie berechnet man die Länge der Kettfäden ? Die Länge der Kette setzt sich zusammen aus : der Länge des geplanten Webstücks, Fransen und Saum, Verlust durch Einweben, d.h. Einsprung des fertigen Webstücks nach Entlastung von der Spannung der Kette, Verlust durch Nachbehandlung, z.B. Einlaufen beim Waschen, und schließlich Abfall am Kett- und Warenbaum durch das Anbinden der Kettfäden. Beispiel : für einen Schal mit fertiger Länge von 1,80 m mit Fransen von 15 cm an beiden Seiten rechnet man zusätzlich 10 % Einsprung und 8 % Verlust durch Nachbehandlung, d.h. 1,80 m + 0,30 m + 0,18 m + (gerundet) 0,15 cm ergibt 2,43 m. Dazu kommt noch der geschätzte Abfall, den man hier auch mit den Fransen nutzen kann. Eine Faustregel besagt, dass man die Länge des Webgerätes, z.B. 60 cm für einen Webrahmen, oder 1 m für einen mittleren Webstuhl zugeben sollte. Wird obiges Beispiel auf einem Webrahmen hergestellt, so sollte man 3,00 m Kettlänge für den geplanten Schal schären. (06)
Wie kommen die Kettfäden von der gekauften Spule auf den
Webrahmen oder Webstuhl ?
Anleitungsbeispiel : Zuerst sollte man sich die benötigte Anzahl und Länge der Kettfäden überlegen (s. 05 - Kettberechnung). Als Hilfsmittel dient ein Schärrahmen, ein Zettelbaum oder ein paar Schärklammern - es kann auch ein umgedrehter Stuhl sein, dessen Beine für kürzere Ketten ausreichen. Die Rollen mit dem Garnvorrat stecken auf einem Spulgestell. Mit einem Maßband markiert man die gewünschte Länge um die Zapfen eines Schärrahmens oder setzt die Schärklammern entsprechend weit auseinander. Dann muss dieser Weg des Musterfadens unter gleichbleibender Spannung so oft nachgewickelt werden, bis man die errechnete Anzahl der Kettfaden erreicht hat. Dabei werden Zählfäden eingelegt und es ist unverzichtbar, ein Fadenkreuz zur genauen Ordnung der Kettfäden einzurichten. Wenn die geplante Kettfadenzahl erreicht ist, wird der Kettstrang an ausreichend vielen Stellen abgebunden, damit die Fäden nicht durcheinander geraten, und vom Fadenkreuz her mit einer Hand abgehäkelt. In dieser Form kann die geschärte Kette auch aufgehoben werden. In der Heimweberei-Genossenschaft Schalkenmehren konnte eine neue Kette nur im Werkhaus geschärt werden, weil dort ein großer Zettelbaum mit 4 m Umfang stand. Es wird berichtet, dass ein Weber dort einen ganzen Tag mit dem Schären einer ca.70 m langen Kette aus dünnem Baumwollgarn beschäftigt war. Anschließend transportierte er den Kettzopf in einem Korb oder Sack mit dem Fahrrad nach Hause, wo der Webstuhl stand. Fortsetzung folgt ! |